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25.03.2019 :: Damen 1 :: Bericht

Abstieg des TV Villingen ist Fakt

von Michael Bundesmann / schwarzwaelder-bote.de

In der Dritten Liga der Frauen hat der TV Villingen sein letztes Saisonheimspiel gegen den Meister SV Sinsheim mit 0:3 (20:25, 18:25, 25:27) verloren und steht als Absteiger fest. Dies auch, wenn es nur zwei Mannschaften am Ende trifft, die in die Regionalliga runter müssen.

Sven Johansson/Robert Senk, Trainer des TV Villingen: "Der Sieg von Sinsheim geht in Ordnung. Schade, dass es für uns nicht zu einem Satzgewinn gereicht hat. Die Mannschaft hatte mit vielen Verletzungsausfällen in dieser Saison zu kämpfen. Aber jeder Gegner musste gegen uns immer alles geben. Dafür gebührt unserem Team schon ein großes Kompliment." Ramona Dietrich, Spielerin des TV Villingen: "Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge. Ich habe unheimlich viele schöne Jahre hier erlebt. Aber es waren einfach immer wieder diese Verletzungen." Nina Gass, Spielerin des TV Villingen: "Dieses letzte Heimspiel tat unheimlich weh. Mir ist die Entscheidung, aus gesundheitlichen Gründen, nicht einfach gefallen. Ich habe eine tolle Zeit beim TV Villingen erlebt." Feli Piossek, auch scheidende Spielerin des TV Villingen: "Ich schreibe nun meine Doktorarbeit. Der Beruf hat einfach Vorrang. Meine fünf Jahre in Villingen waren mega und werden unvergesslich bleiben."

Aber es ist sowieso von drei Absteigern auszugehen. Vor 350 Zuschauern in der Hoptbühlhalle gaben die Villingerinnen gegen das Top-Team aus Sinsheim, das erneut auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet, alles. Aber es reichte auch nicht zu mindestens einem Satzgewinn.

Sechs sagen adieu
Vor der Partie wurden die Villinger Spielerinnen Ramona Dietrich, Klara Single, Julia Reich, Nina Gass und Michelle Spomer, die zum Rundenende aufhören, mit je einem Blumenstrauß verabschiedet. Zur Überraschung bekam auch Feli Piossek Blumen. Sie steht in der Regionalliga nun doch nicht mehr als Stand-by-Spielerin zur Verfügung, sondern hört aus beruflichen Gründen ganz auf. Nimmt man dazu noch Martna Bradacova, dann werden sieben Spielerinnen beim Neuaufbau dem Trainergespann Sven Johansson/Robert Senk nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei den scheidenden flossen nach dem letzten Ballwechsel auch viele Tränen. Eine Ramona Dietrich und eine Nina Gass spielen immerhin jeweils seit ihrem achten Lebensjahr beim TV Villingen. "Dieses letzte Heimspiel vermittelte für mich ein sehr trauriges Gefühl", sagte später auch Ramona Dietrich, die nach ihrem auskurierten Bänderriss im Sprunggelenk zum Abschied vor den eigenen Fans noch viel Spielzeit bekam.

Es überkam so manchem Zuschauer am Samstag das Gefühl, dass man angesichts des personellen Aderlasses wohl auf eine Rückkehr in diese attraktive Dritte Liga nun länger warten muss.

Nikola Strack spielt weiter
"Wir werden Geduld brauchen, um die nachrückenden jungen Spielerinnen an die erste Mannschaft heranzuführen", betonte zum Beispiel auch Nikola Strack, die nach ihrem Mittelfußbruch im Sommer beim Neuaufbau auf jeden Fall mithelfen will. Auch mit der schwer am Knie verletzten Lisa Spomer wird dann wieder gerechnet.

Wie ein Erinnerungsfilm
Der souveräne Auftritt des neuen Titelträgers aus Sinsheim wurde da am Samstagabend fast zur Nebensache. Dieser letzte Satz mit 25:27 war von Villinger Seite aus so etwas wie ein Erinnerungsfilm an vergangene tolle Jahre in der Dritten Liga. Martina Bradacova, Ramona Dietrich und Nina Gass wirbelten in einigen Momenten noch einmal wie früher. Zumindest ein Satzgewinn wäre den kämpferisch alles gebenden Villingerinnen deshalb noch zu gönnen gewesen. Aber dazu kam es nicht. Sinsheim wackelte zwar, gab sich aber am Ende keine Blöße.

Nach dem letzten Spiel in zwei Wochen in Mainz-Gonsenheim wird für den TV Villingen ein großer Neuaufbau in der Regionalliga beginnen. Und dieser wird vor allem eines den treuen Fans abverlangen: Viel Geduld.

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