26.03.2019 :: Damen 1 :: Bericht

TV Villingens Trainer Sven Johansson: "Wir stehen wieder auf"

Redakteur/Quelle: Dietmar Zschäbitz / suedkurier.de

Seit Samstag steht der Abstieg der Volleyballerinnen des TV Villingen aus der 3. Liga in die Regionalliga fest. Im Interview spricht Trainer Sven Johansson über die Gründe und den bevorstehenden Umbruch.

Wie groß ist bei Ihnen die Enttäuschung, dass es nicht zum Klassenerhalt gereicht hat?
Groß, wobei es sich schon seit einigen Wochen abgezeichnet hat, dass es so kommen kann. Wir wollten die Entscheidung bis zum letzten Spieltag offen halten, was nicht geklappt hat. Der letzte Knackpunkt war für mich die Niederlage vor zehn Tagen in Stuttgart. Da wäre ein Erfolg möglich gewesen. So war es klar, dass wir gegen den Meister Sinsheim kaum noch das Ruder herumreißen werden, obwohl wir in diesem Spiel alles dafür getan haben.

Inwieweit sind die langen Verletzungen von den Spielerinnen Nikola Strack, Ramona Dietrich und Lisa Spomer ein Grund für den Abstieg?
Der Ausfall der Zuspielerinnen Nikola Strack und Ramona Dietrich war elementar. Das lässt sich in der Dritten Liga nicht kompensieren, wenngleich Michelle Feuerstein und Klara Single alles getan haben, um die Lücke zu schließen. Sie fehlten jedoch auf den anderen Positionen. Das kannst du in einem oder zwei Spielen kompensieren, aber die gesamte Rückrunde nicht.

Sieben Spielerinnen verlassen die Mannschaft. Gibt es möglicherweise weitere Abgänge?
Ich hoffe nicht, wobei wir abwarten müssen, wie Lisa Spomer und Nikola Strack aus ihren schweren Verletzungen herauskommen. Beide haben signalisiert, dass sie weitermachen werden.

Wie sieht es bezüglich einer Rückkehr von Lena Kälberer aus?
Lena war ein Jahr aus beruflichen Gründen weg. Sie ist wieder in Villingen. Es gab jedoch noch keine Gespräche mit ihr.

Nach dem ersten Drittliga-Abstieg 2015 gelang die sofortige Rückkehr. Ist das ein erneutes Ziel oder muss der Verein durch den personellen Aderlass auf Jahre hinaus kleinere Brötchen backen?
Ich weigere mich, Stand heute, irgendwelche Prognosen abzugeben. Wir hatten damals einen stabilen Kader ohne Abgänge und mussten unser Spielsystem nicht ändern. Diesmal sind die Vorzeichen andere.

Der TV Villingen wird in der Regionalliga als Drittliga-Absteiger sicher von den Konkurrenten gejagt. Macht das die Aufgabe noch schwerer?
Mit Sicherheit. Alle sehen uns als Favorit, kennen aber die Internas nicht.

Die Kühne-Zwillinge, Feuerstein und eventuell Strack werden künftig vorangehen müssen. Wer rückt aus dem eigenen Nachwuchs nach?
Zunächst einmal haben wir noch ein Spiel in Mainz-Gonsenheim und da nichts zu verschenken. Danach werden alle Volleyball-Trainer beim TV Villingen sich noch verstärkt zusammensetzen, um einen Kader für die Mannschaften zu formieren. Wir haben einen Pool an talentierten Mädchen. Glücklicherweise haben wir diesen Nachwuchs und werden auch in der kommenden Saison schlagkräftige Teams aufbauen. Ich würde es begrüßen, wenn unsere zweite Mannschaft, die am Wochenende Meister in der Verbandsliga wurde, vom Verein grünes Licht für den Oberliga-Aufstieg erhält.

Bringt der Abstieg auch Veränderungen im Umfeld mit sich?
Ich hoffe nicht. Ich hatte mit Geschäftsführer Sven Kieninger schon ein gutes Gespräch. Die Vereinsführung steht hinter der Volleyball-Abteilung. Zudem hoffe ich, dass uns die Zuschauer auch eine Liga tiefer wieder wie gewohnt unterstützen. Ob wir die außerordentlich guten Besucherzahlen halten, mag ich nicht beurteilen.

Was motiviert Sie, nach dem Abstieg und den zahlreichen Abgängen weiterzumachen?
Ich bin keiner, der beim sportlichen Misserfolg die Brocken hinschmeißt. Es sei denn, es gibt einen Anderen, der es besser kann. Wir stehen wieder auf. Zudem ist es spannend, einen Umbruch oder Neuaufbau zu leiten. Natürlich würde ich mir wünschen, dass es weniger Abgänge gibt. Ein Neuaufbau hat aber auch seinen Reiz. Talente zu formen und auszubilden ist interessant. Ich bin froh, dass ich mit Robert Senk einen weiteren engagierten Trainer habe. Wir werden alle zusammen Vollgas geben, um bald wieder an sportliche bessere Zeiten anzuknüpfen.

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