04.02.2019 :: Damen 1 :: Bericht

Drei Matchbälle reichen nicht

Redakteur/Quelle: Dietmar Zschäbitz

Der TV Villingen muss noch um den Klassenerhalt zittern. Bei der unnötigen Niederlage gegen die Jugendauswahl aus der Landeshauptstadt vergaben die Villingerinnen eine 2:0-Satzführung und im dritten Satz drei Matchbälle.

„Wir haben ein tolles Spiel gesehen. Wir haben das Volleyball gezeigt, was wir augenblicklich abrufen können. Stuttgart wurde immer stärker, vor allem bei den Angriffen. Ich kann meiner Mannschaft für den gezeigten Kampfgeist nur ein dickes Lob aussprechen“, meinte Villingens Trainer Sven Johansson zum Marathon-Spiel. Gäste-Trainer Sebastian Schmitz war danach stolz auf sein Team und lobte die Villinger Abwehrarbeit.

Nina Gass, Maria Kühne, Felicitas Piossek, Michelle Spomer. Libera Sonja Kühne sowie die im Zuspiel sich abwechselnden Michelle Feuerstein und Klara Single starteten furios. Bei der 12:4-Führung der Gastgeber hatte Schmitz schon beide Auszeiten genommen. Mit dem 17:5 schaffte Villingen den klarsten Vorsprung. Alles sah nach einem deutlichen Sieg und einem schnellen Spiel aus. Erst gegen Ende des Satzes kamen die Stuttgarterinnen etwas näher, bevor Klara Single den 25. Punkt erzielte.

Schon nach dem ersten Wechsel änderte sich das Bild. Villingen rannte ständig einem Rückstand hinterher. Fehler in der Annahme und starke Angaben der Gäste sorgten nun dafür, dass auch Johansson eine Auszeit nehmen musste. Erst mit dem 14:13 gelang dem TVV die erste Führung, die danach ausgebaut (19:15/22:17) wurde. Dann aber flatterten die Nerven und Stuttgart glich zum 23:23 aus. Wieder war Single am entscheidenden Satzball beteiligt. Ihren Angriff brachten die Gäste nicht unter Kontrolle.

Der Auftakt des dritten Satzes zeigte, dass Villingen ein schnelles Ende wollte. Der Auftakt (7:2) durfte sich sehen lassen. Dann aber wich die Dominanz, auch weil Stuttgart in der Abwehr nun fast nichts mehr zuließ. Mit 13:14 lag Villingen erstmals in diesem Durchgang zurück. Stuttgart gab die Führung bis zum Satzende nicht mehr ab.

Richtig dramatisch wurde Satz Nummer vier. Villingen lag zurück (2:5) und führte (11:8). So ging es weiter (11:13/17:14). Die Partie gewann an Spannung und auch an Klasse. Tolle Ballwechsel und gute Abwehraktionen waren auf beiden Seiten zu sehen. Beim 24:23 hatte Villingen den ersten Matchball, der jedoch, genauso wie zwei folgende nicht genutzt wurde. Auch Stuttgart vergab zwei Matchbälle, nutzte aber den dritten zum 28:30.

Im Tie-Break sah es für Villingen zunächst nicht gut aus (2:5/3:7). Mit Jule Gaisser und Julia Reich versuchte Johansson, neue Akzente zu setzen. Beim Stand von 6:8 wurden letztmals die Seiten gewechselt. Villingen gelang keine Führung, aber zweimal der Ausgleich (13:13/14:14), bevor Stuttgart die zwei entscheidenden Punkte machte.

Stimmen zum Spiel:
Felicitas Piossek: „Stuttgart hat sich von Satz zu Satz gesteigert. Ich würde aber nicht sagen, dass wir nachgelassen haben. Vielleicht müssen wir noch etwas mutiger spielen. Wir geben nicht auf. Noch gibt es einige Spiele, um den Tabellenkeller zu verlassen.“

Maria Kühne: „Ab dem dritten Satz ist bei uns die Zahl der Fehler deutlich gestiegen. Stuttgart hat das ausgenutzt. Gegen Ende der Partie war es auch eine Kraftfrage. Nicht alle kommenden Gegner werden so stark sein wie die Stuttgarterinnen. Wir müssen leider durch unser Verletzungspech viel umstellen.“

Michelle Feuerstein: „Wir haben super gekämpft und viele schwierige Bälle geholt. Stuttgart war uns am Ende etwas überlegen. So ehrlich müssen wir sein. Klara Single und ich versuchen, das Zuspiel zu verbessern. Es ist nicht unsere eigentliche Position, aber wir stellen uns in den Dienst der Mannschaft.“

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