03.02.2019 :: Damen 1 :: Bericht

Ich kann keiner Spielerin einen Vorwurf machen

Redakteur/Quelle: Arnfried Mehne / schwarzwaelder-bote.de

Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt: Frauen-Drittligist Villingen verlor das erste Heimspiel des Jahres gegen den BSP MTV Stuttgart mit 2:3 (25:15, 25:23, 20:25, 28:30, 14:16).

Sven Johansson, Coach des TV Villingen: "Für die aktuelle Situation haben wir ein sehr gutes Spiel gesehen. Stuttgart war am Netz sehr stark. Ich kann keiner Spielerin einen Vorwurf machen. Ich bin sehr stolz auf sie. Klar – eigentlich hätten wir drei Punkte holen müssen. Daher fühlt es sich momentan so an, als hätten wir zwei Punkte verloren."

Michelle Feuerstein, TV-Spielführerin: "Die Enttäuschung ist natürlich groß, doch aus meiner Sicht haben Klara und ich es im Zuspiel sehr gut gemacht. Steigerungspotenzial ist aber natürlich immer vorhanden."

Sebastian Schmitz, Trainer des BSP Stuttgart: "In den ersten beiden Sätzen haben bei uns die Emotionen gefehlt, im vierten Satz haben wir viel Nervenstärke gezeigt. Darauf bin ich sehr stolz. Aber auch Villingen hat um jeden Ball in der Verteidigung gekämpft."

Marie Hänle, Spielerin des BSP MTV Stuttgart: "Sven hat es schon richtig gesagt, am Anfang haben die Emotionen gefehlt. Danach sind wir besser im Spiel gewesen. Ich bin froh, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten."

Klara Single, TV-Spielerin: "Ich glaube, dass Michelle und ich es im Zuspiel ganz gut gemacht haben – und mit weiterem Training auch die Abstimmung noch besser wird. Dass die Stuttgarter Spielerinnen teilweise deutlich größer waren, davon darf man sich nicht verrückt machen lassen. Dafür sind wir älter und haben mehr Erfahrung. Leider hat es trotzdem nicht gereicht. Im Kampf gegen den Abstieg wird es nun sehr eng. Wir haben jedoch noch alle Chancen – wir und glauben auch an uns."

Zu Beginn sah noch alles nach einem Erfolg aus. Die Schwarzwälderinnen starteten konzentriert, lagen schnell mit 4:0 in Front. Das junge Team aus Stuttgart kam schwer ins Spiel, zahlreiche technische Fehler waren die Folge. Die verletzungsgeplagten Villingerinnen ließen nicht locker und holten sich den ersten Satz überzeugend mit 25:15.

Im zweiten Abschnitt fanden die Stuttgarterinnen etwas besser in die Parte. Es entwickelte sich ein spannendes Auf und Ab. Kein Team konnte sich absetzen. Doch die erfahrenere Villinger Mannschaft hatte schlussendlich das Glück des Tüchtigen, gewann den zweiten Satz denkbar knapp mit 25:23.

Im dritten Durchgang schien schon alles klar: Villingen lag mit 7:2 in Front und war auf einem guten Weg zu drei Punkten im Kampf gegen den Abstieg. Doch die Auswahlmannschaft aus der Landeshauptstadt wachte auf, robbte sich Punkt für Punkt heran und glich beim Spielstand von 12:12 aus. Der Knackpunkt war dann der wohl längste Ballwechsel des Spiels, den die Stuttgarterinnen für sich entscheiden konnten. Danach lief es für sie immer besser. Dem TVV war dagegen die kurze Bank in dieser Phase des Spiels anzumerken. Stuttgart holte den dritten Abschnitt mit 25:20.

Die Stuttgarterinnen zeigten auch zu Beginn des vierten Satzes eine gute Leistung, doch die Villingerinnen kämpften in der Verteidigung um jeden Zentimeter. Sie gewannen wieder etwas die Überhand. Beim Stand von 23:20 dachten die rund 200 Zuschauer in der Halle, dass der TVV den Satz – und damit das Spiel – für sich entscheiden würde. Doch es kam anders: Stuttgart zeigte in der Crunchtime Nervenstärke und rettete sich mit dem 30:28-Satzerfolg in den Tie-Break.

Dieser wurde von beiden Mannschaften auf Augenhöhe geführt. Erneut hatte aber das Auswahlteam, das sich mit einem 16:14 den Zusatzpunkt sicherte, das bessere Ende.

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